Leistung · Agenten und Automatisierung

KI-Agenten, die einen Arbeitsschritt wirklich übernehmen

Ein Agent beantwortet nicht nur, er handelt: liest den Beleg, prüft gegen die Stammdaten, legt den Vorgang im Fachsystem an — und übergibt an einen Menschen, sobald er sich nicht sicher genug ist. Diese Übergabeschwelle ist der Unterschied zwischen einer Demo und etwas, das im Tagesgeschäft laufen darf.

~70 %
typische Durchlaufquote ohne Rückfrage
ab 5.000 €
Discovery mit Prozessaufnahme
EU
Verarbeitungsort der Inferenz

Wann lohnt sich ein Agent — und wann nicht?

Die Eignung entscheidet sich am Prozess, nicht am Werkzeug. Vier Merkmale trennen die Fälle, die tragen, von denen, die im Pilot stecken bleiben.

Hohes Volumen bei gleichbleibendem Ablauf. Zwanzig Vorgänge im Monat rechtfertigen keine Anbindung, zweitausend schon.
Ein Ergebnis, das man eindeutig als richtig oder falsch bezeichnen kann. Ohne dieses Kriterium lässt sich weder abnehmen noch messen.
Begrenzter Schaden bei einem Fehler — oder ein Prüfschritt, der ihn abfängt, bevor er wirkt.
Eine Schnittstelle zum Zielsystem. Wo nur die Oberfläche existiert, wird die Automatisierung teurer als die Handarbeit, die sie ersetzen soll.

Was bauen wir konkret?

Vier Bausteine, aus denen produktive Automatisierungen bei uns bestehen.

Übergabeschwelle

Unterhalb einer definierten Sicherheit läuft nichts durch, sondern landet bei einem Menschen. Der Anteil der Übergaben wird gemessen und ist Teil der Abnahme — nicht ein Makel, den man versteckt.

Enge Rechte

Der Agent bekommt genau die Berechtigungen des Arbeitsschritts, den er übernimmt. Kein Sammelzugang, keine Administratorrechte «für den Anfang».

Vollständiges Protokoll

Jeder Vorgang mit Eingabe, Entscheidung, Begründung und Zeitstempel. Ohne das ist weder eine Fehlersuche möglich noch ein Nachweis gegenüber der Revision.

Anbindung statt Parallelwelt

Wir arbeiten in Ihren Systemen — DMS, ERP, Fachanwendung, Postfach. Ein Agent, der eine eigene Datenhaltung aufbaut, erzeugt ein zweites Problem statt eine Lösung.

Wie führen wir einen Agenten ein?

01

Prozessaufnahme

3–5 Tage

Wir sehen dem Arbeitsschritt zu, wie er heute läuft, und zählen: Volumen, Bearbeitungszeit, Fehlerquote, Ausnahmen. Daraus entsteht die Vergleichsbasis.

02

PoC am echten Fall

1–2 Wochen

Ihre Belege, Ihre Ausnahmen, Ihre Zielsysteme im Testmandanten. Ergebnis ist eine belastbare Durchlaufquote statt einer Zusage.

03

Pilot im Schattenbetrieb

2–4 Wochen

Der Agent arbeitet parallel zur Handarbeit, ohne zu buchen. Erst wenn die Abweichungen unter der vereinbarten Schwelle liegen, wird geschaltet.

04

Produktivbetrieb

4–8 Wochen

Schrittweise Übernahme, Monitoring der Übergabequote, Verfahren für neue Belegarten und Ausnahmen. Ihr Team bekommt die Kontrolle, nicht wir.

Wofür wir keinen Agenten bauen

Für Entscheidungen mit rechtlicher Wirkung gegenüber Personen — Kreditvergabe, Personalauswahl, Kündigungen. Das ist Hochrisiko nach dem EU AI Act und braucht einen anderen Aufbau.
Für Prozesse ohne Korrekturmöglichkeit: was einmal ausgelöst nicht zurückgeholt werden kann, gehört nicht hinter eine Wahrscheinlichkeitsschwelle.
Für Abläufe, die niemand beschreiben kann. Was im Kopf einer Person existiert, muss erst aufgeschrieben werden — danach ist die Frage offen, ob es überhaupt Automatisierung braucht.
Für Volumen, das die Anbindung nicht trägt.

FAQ

Was ist ein KI-Agent im Unternehmenseinsatz?+
Ein System, das einen Arbeitsschritt nicht nur beantwortet, sondern ausführt: Dokument einlesen, Daten prüfen, Eintrag im Fachsystem anlegen, bei Unklarheit an einen Menschen übergeben. Der Unterschied zum Chatbot ist die Handlung — und damit die Frage, was passiert, wenn sie falsch ist.
Wie unterscheidet sich das von klassischer Automatisierung?+
Regelbasierte Automatisierung braucht strukturierte Eingaben und bricht ab, sobald ein Format abweicht. Ein Agent kommt mit unstrukturiertem Material zurecht — Mails, Scans, freie Texte — und entscheidet, was daraus wird. Dafür ist er nicht deterministisch, was Prüfschritte nötig macht.
Was passiert, wenn der Agent einen Fehler macht?+
Deshalb bauen wir jede Automatisierung mit einer Schwelle: unterhalb einer definierten Sicherheit geht der Vorgang an einen Menschen, statt durchzulaufen. Der Anteil der Übergaben ist eine Kennzahl des Systems, keine Panne — und er wird im Pilot gemessen.
Welche Prozesse eignen sich zuerst?+
Solche mit hohem Volumen, klarem Ergebnis und niedrigem Schaden bei einem Fehler: Belegvorerfassung, Eingangspost verteilen, Stammdaten abgleichen, Anfragen vorqualifizieren. Ungeeignet sind Entscheidungen mit rechtlicher Wirkung oder ohne Korrekturmöglichkeit.
Braucht das Zugriff auf unsere Systeme?+
Ja, sonst bleibt es eine Demo. Wir arbeiten mit den vorhandenen Schnittstellen und legen Rechte eng aus: der Agent bekommt genau die Berechtigungen des Arbeitsschritts, den er übernimmt — nicht die eines Administrators.
Was kostet so ein Projekt?+
Der Discovery-Workshop mit Prozessaufnahme und PoC startet bei 5.000 €. Eine produktive Automatisierung auf bestehender Infrastruktur beginnt bei 25.000 €, abhängig von Zahl und Tiefe der Systemanbindungen.
Fällt das unter den EU AI Act?+
Meist in die niedrigste Risikoklasse — solange der Agent keine Personen bewertet und keine Entscheidung mit rechtlicher Wirkung trifft. Die Einordnung ist trotzdem zu dokumentieren, und die Schulungspflicht nach Artikel 4 gilt unabhängig davon.

Der günstigste Test

Nennen Sie uns einen Arbeitsschritt mit Volumen und schicken Sie zwanzig echte Vorgänge dazu. Wir sagen Ihnen, welche Durchlaufquote realistisch ist und wo die Ausnahmen liegen — bevor über Budget gesprochen wird.