Gleiche Endsumme, zwanzig Prozent Unterschied
Angebote scheitern am Vergleich, nicht am Rechnen. Preise stehen pro Stück, pro Palette oder pro Jahr, Fracht und Verpackung sind mal enthalten und mal nicht, Lieferzeiten meinen Versand oder Ankunft. Wir bringen die Angaben auf gemeinsame Bezugsgrößen und machen sichtbar, was den Vergleich kippt — die Auswahl treffen Sie.
Warum ist der Angebotsvergleich so aufwendig?
Weil jedes Angebot seine eigene Logik mitbringt. Vier Punkte sorgen dafür, dass die Endsumme allein nichts aussagt. Diese vier Punkte machen die Endsumme zur unbrauchbarsten Vergleichsgröße, die es gibt — und trotzdem ist sie die, nach der gefragt wird. Die eigentliche Arbeit besteht darin, Angebote überhaupt erst vergleichbar zu machen; das Vergleichen selbst ist danach schnell.
- Unterschiedliche Bezugsgrößen: Stückpreis, Palettenpreis, Jahresbedarf — ohne Umrechnung ist der Vergleich wertlos.
- Nebenkosten: Fracht, Verpackung, Mindestabnahme, Werkzeugkosten stehen im Kleingedruckten oder gar nicht.
- Zahlungsziel und Skonto verschieben den effektiven Preis, tauchen aber in keiner Angebotssumme auf.
- Preisgleitklauseln: ein günstiger Einstiegspreis mit Indexbindung kann über die Laufzeit das teurere Angebot sein.
Was wird aufbereitet?
Vier Schritte von eingehenden Dokumenten zur belastbaren Vergleichstabelle. Der erste ist der, in dem die meisten Fehler der Handarbeit entstehen: alles auf dieselbe Einheit und denselben Bedarfszeitraum umrechnen.
Auf gemeinsame Größen bringen
Alle Preise auf dieselbe Einheit und denselben Bedarfszeitraum umgerechnet — der Schritt, in dem die meisten Fehler der Handarbeit entstehen.
Nebenkosten sichtbar machen
Fracht, Verpackung, Mindestabnahme, einmalige Kosten. Was nicht im Angebot steht, wird als Fehlstelle ausgewiesen und nicht mit null angenommen.
Klauseln auslesen
Preisgleitung, Laufzeit, Kündigung, Haftung und Gewährleistung mit Fundstelle — die Punkte, die den Vergleich über die Laufzeit verändern.
Unterlagen durchsuchbar machen
Datenblätter, Zertifikate und Selbstauskünfte, auch mehrsprachig. Fehlende und abgelaufene Nachweise werden angezeigt statt übersehen.
Woran misst man den Nutzen?
An drei Größen, von denen die dritte am seltensten gemessen wird und am meisten spart: Rückfragen an Lieferanten wegen fehlender Angaben. Sie entstehen, weil Fehlstellen erst mitten in der Auswertung auffallen — und jede Nachfrage kostet einen weiteren Tag. Die ersten beiden Größen sind einfacher zu erheben: Durchlaufzeit bis zur Entscheidungsvorlage und Anteil der Angebote mit vollständigen Vergleichsangaben.
Die dritte Größe sinkt am deutlichsten und wird am seltensten gemessen: Fehlstellen werden sichtbar, bevor die Runde ausgewertet ist — und nicht erst, wenn der Vergleich schon halb fertig ist.
Was wir nicht liefern
Vier Grenzen. Die erste ist grundsätzlich: Die Vergabeentscheidung bleibt bei Ihnen, wir liefern die Tabelle. Die zweite wird oft angefragt und ist trotzdem ausgeschlossen — Bonitätsbewertung von Lieferanten ist Aufgabe von Auskunfteien, deren Daten wir nicht haben. Ebenso wenig übernehmen wir die Sorgfaltspflicht nach dem Lieferkettengesetz — wir machen die Belege auffindbar und prüfbar, die Pflicht bleibt bei Ihnen.
- Keine Auswahlentscheidung und keine Vergabeempfehlung — die Tabelle ist die Grundlage, nicht das Urteil.
- Keine Bonitätsbewertung von Lieferanten. Dafür gibt es Auskunfteien, deren Daten wir nicht haben.
- Keine automatische Bestellung. Eine Beauftragung gehört nicht hinter eine Wahrscheinlichkeitsschwelle.
- Keine Erfüllung der Sorgfaltspflicht nach dem Lieferkettengesetz — wir machen die Belege auffindbar und prüfbar, die Pflicht bleibt bei Ihnen.
FAQ
Welche Aufgaben im Einkauf kann KI übernehmen?+
Woran scheitern Angebotsvergleiche in der Praxis?+
Was ist mit Rahmenverträgen und Preisgleitklauseln?+
Hilft das bei Lieferantenunterlagen in anderen Sprachen?+
Können auch Lieferantenrisiken geprüft werden?+
Was ist mit dem Lieferkettengesetz?+
Was kostet die Aufbereitung von Angeboten?+
Drei Angebote aus einer echten Runde
Schicken Sie uns drei Angebote zu derselben Anfrage — gern die, bei denen der Vergleich schwerfiel. Sie bekommen die Vergleichstabelle mit gemeinsamen Bezugsgrößen zurück und sehen, welche Angaben in welchem Angebot fehlen.
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