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Abteilung · Recht und Compliance

Ohne Fundstelle keine Aussage

Für eine Rechtsabteilung ist eine plausible Antwort ohne Beleg schlimmer als keine Antwort — sie ist nicht als Lücke erkennbar. Deshalb arbeitet unser Aufbau ausschließlich im eigenen Bestand, verweist bei jeder Aussage auf Dokument und Absatz und sagt es, wenn er nichts findet. Was er nicht tut: bewerten. Die Beurteilung bleibt vollständig bei Ihnen.

100 %
der Funde mit Fundstelle belegt
kein Urteil
Vorarbeit statt Bewertung
EU
Verarbeitungsort, mit Auftragsverarbeitung

Womit ist eine Rechtsabteilung tatsächlich ausgelastet?

Selten mit den schwierigen Fragen. Vier Tätigkeiten binden den Großteil der Zeit, und alle vier sind Suchen und Vergleichen statt juristisches Urteil. Alle vier sind Suchen und Vergleichen, nicht juristisches Urteil — und genau deshalb lässt sich hier Zeit gewinnen, ohne Verantwortung zu verschieben. Was übernommen wird, ist die Vorarbeit; was bleibt, ist die Bewertung.

  • Eingehende Verträge auf Abweichungen vom Hausstandard durchsehen — bei jedem Vertrag von vorn.
  • Fristen im Bestand nachhalten: Kündigung, Verlängerung, Nachverhandlung stehen im Fließtext und werden deshalb übersehen.
  • Dieselbe Frage erneut beantworten, weil die Stellungnahme von 2023 niemand wiederfindet.
  • Bei einer Rechtsänderung den gesamten Bestand darauf durchsehen, welche Verträge betroffen sind.

Was übernimmt die Vorarbeit?

Vier Aufgaben, bei denen das Ergebnis überprüfbar ist — Voraussetzung dafür, dass es überhaupt eingesetzt werden darf.

Abweichungen finden

Eingehende Fassung gegen Ihre Musterverträge und Verhandlungsgrenzen. Maßstab ist Ihr Standard, nicht eine allgemeine Marktüblichkeit.

Fehlstellen melden

Was gar nicht geregelt ist, wird als Fehlstelle ausgewiesen statt mit einer plausiblen Formulierung gefüllt. Beim Lesen wird eine fehlende Klausel leichter übersehen als eine schlechte.

Fristen auslesen

Kündigungs-, Verlängerungs- und Nachverhandlungsfristen über den Bestand hinweg als Liste mit Datum und Fundstelle — der Fall, der sich am schnellsten rechnet.

Im eigenen Bestand recherchieren

Frühere Stellungnahmen und Prüfungen wiederfinden. Nicht als Ersatz der Fachdatenbank, sondern für den Bestand, für den es keine gibt.

Was verlangt der Einsatz im Rechtsbereich?

Drei Bedingungen, von denen die zweite am häufigsten unterschätzt wird. Ein System, das nicht «weiß ich nicht» sagen darf, produziert genau die Aussagen, die später als erfundene Fundstelle auffallen — und ein solcher Vorfall beendet die Akzeptanz im Haus dauerhaft. Die dritte Bedingung ist die Quelle: gearbeitet wird ausschließlich im eigenen Bestand, nicht aus dem Modellgedächtnis.

Fundstelle
bei jeder Aussage, ohne Ausnahme
«weiß nicht»
als zulässige und erwartete Antwort
eigener Bestand
als einzige Quelle, keine freie Formulierung

Die zweite Bedingung wird am häufigsten unterschätzt. Ein System, das nicht «weiß ich nicht» sagen darf, produziert genau die Antworten, die später als erfundene Fundstelle auffallen — und ein Vorfall dieser Art beendet die Akzeptanz im Haus dauerhaft.

Wo die Grenze verläuft

Vier Grenzen, die aus einem Prinzip folgen: Wir liefern Funde mit Fundstelle, keine Bewertung. Ob eine Abweichung hinnehmbar ist, hängt vom Geschäft und vom Risikoappetit des Hauses ab — beides kennt ein Modell nicht. Aus demselben Prinzip folgt der Verzicht auf Formulierungsvorschläge: Eine Fehlstelle wird gemeldet und nicht gefüllt, weil ein plausibler Text an einer Stelle, an der der Vertrag schweigt, gefährlicher ist als eine sichtbare Lücke.

  • Keine juristische Bewertung und keine Empfehlung — Funde mit Fundstelle, nichts darüber hinaus.
  • Kein Ersatz für Fachdatenbanken zu Rechtsprechung und Literatur.
  • Keine Formulierungsvorschläge für fehlende Klauseln: eine Fehlstelle wird gemeldet, nicht gefüllt.
  • Keine automatische Freigabe eines Vertragsstands. Ein Abschluss gehört nicht hinter eine Wahrscheinlichkeitsschwelle.

Welche Nachweise eine Prüfung sehen will

Die Abteilung, die am Ende unterschreibt, braucht keine Beschreibung des Modells, sondern Belege. Vier Artefakte verlangt eine Prüfung regelmäßig, und sie entstehen entweder während des Projekts oder gar nicht.

  • Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten nach Artikel 30 DSGVO, ergänzt um den KI-Einsatz: Zweck, Datenarten, Empfänger, Löschfristen.
  • Technische und organisatorische Maßnahmen nach Artikel 32 DSGVO — für ein KI-System heißt das auch: wer sieht Protokolle, wie lange, und was passiert mit abgeleiteten Artefakten bei einer Löschung nach Artikel 17.
  • Auftragsverarbeitungsvertrag nach Artikel 28 DSGVO mit offengelegten Unterauftragsverarbeitern und Verarbeitungsorten. Ein Anbieter, der diese Liste nicht in den Vertrag schreibt, liefert keinen Nachweis, sondern eine Zusicherung.
  • Einordnung des Anwendungsfalls nach EU AI Act mit schriftlicher Begründung — auch dann, wenn das Ergebnis «kein Hochrisiko» lautet. Die Begründung ist der Nachweis, nicht das Ergebnis.

FAQ

Was darf KI in der Rechtsabteilung übernehmen?+
Die Vorarbeit, nicht die Bewertung: Klauseln finden, gegen den Hausstandard vergleichen, Fehlstellen und Fristen markieren, im eigenen Bestand recherchieren. Jeder Fund trägt eine Fundstelle. Die Beurteilung, ob eine Abweichung hinnehmbar ist, bleibt bei den Juristen — diese Grenze ziehen wir bewusst und ohne Ausnahme.
Was ist mit erfundenen Fundstellen?+
Das ist der bekannteste Fehlermodus und der Grund, warum wir ohne Quelle keine Aussage zulassen. Gearbeitet wird ausschließlich im eigenen Bestand, jede Aussage verweist auf Dokument und Absatz, und wo nichts gefunden wird, sagt das System das. Erfundene Zitate entstehen dort, wo ein Modell frei formulieren darf.
Ersetzt das die juristische Datenbank?+
Nein. Rechtsprechung und Kommentarliteratur bleiben in den Fachdatenbanken. Wir erschließen das, was das Haus selbst erarbeitet hat: Verträge, Stellungnahmen, interne Richtlinien, frühere Prüfungen — der Bestand, für den es keine Datenbank gibt.
Hilft das bei der Umsetzung des EU AI Act?+
Bei der technischen Seite ja: Bestandsaufnahme der eingesetzten Systeme, Einordnung der Anwendungsfälle, technische Dokumentation und Schulungsnachweis. Die rechtliche Bewertung bleibt bei Ihnen — wir arbeiten ihr zu und erzeugen die Nachweise, mit denen sie arbeiten kann.
Wie steht es mit der Vertraulichkeit?+
Ihre Dokumente werden nicht für das Training fremder Modelle verwendet — das ist die Zusage, auf die es in der Rechtsabteilung ankommt. Dazu Verarbeitung in der EU, Auftragsverarbeitungsvertrag sowie Rollen- und Löschkonzept; die Zugriffsrechte kommen unverändert aus Ihren Bestandssystemen.
Was bringt das bei Fristen?+
Kündigungs- und Verlängerungsfristen stehen im Fließtext verteilt und werden deshalb übersehen. Über den Bestand hinweg auslesbar gemacht, werden sie zu einer Liste mit Datum und Fundstelle — der Fall, der sich am schnellsten in Geld ausdrückt.
Was kostet KI-Unterstützung in der Rechtsabteilung?+
Ausgangspunkt sind Ihre Musterverträge: sie aufzunehmen und daran zu erproben, kostet ab 5.000 €. Auf bestehender Infrastruktur beginnt der produktive Betrieb bei 25.000 €.

Der Test, der am wenigsten kostet

Geben Sie uns einen echten Vertrag und Ihr Musterdokument. Sie bekommen die Abweichungsliste mit Fundstellen zurück und sehen an eigenem Material, wo die Vorarbeit endet und Ihre Arbeit beginnt.

Noch nicht so weit? Verträge mit KI prüfen: Playbook, Ampel, Grenzen

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