Branche · Versicherungsmakler

Der Unterschied steht in den Ausschlüssen

Zwei Angebote mit gleicher Deckungssumme können völlig verschieden sein — der Unterschied steht in den Ausschlüssen, den Selbstbehalten und den Obliegenheiten, verteilt über dreißig Seiten Bedingungen. Wir machen diese Angaben vergleichbar und belegen jede mit der Klausel, aus der sie stammt. Die Empfehlung bleibt bei Ihnen: sie ist beratungspflichtig.

Klauselverweis
bei jeder ausgewiesenen Angabe
ohne Kundendaten
der erste Anwendungsfall kommt ohne aus
EU
Verarbeitungsort, mit Auftragsverarbeitung

Warum ist der Bedingungsvergleich so mühsam?

Weil die entscheidenden Angaben nicht dort stehen, wo verglichen wird. Vier Eigenschaften machen gewerbliche Bedingungswerke zum Sonderfall.

Die Deckungssumme steht vorn, der Ausschluss auf Seite achtundzwanzig. Verglichen wird meist das Erste.
Jeder Versicherer gliedert anders und benennt dieselbe Sache anders — eine Vergleichstabelle entsteht nur von Hand.
Klauseln verweisen auf andere Klauseln und auf Anhänge, die separat vorliegen.
Obliegenheiten und Fristen stehen im Fließtext. Genau sie entscheiden im Schadenfall, und genau sie werden beim Vergleich übersehen.

Was wird herausgezogen?

Vier Gruppen von Angaben, jede mit Verweis auf die Klausel.

Deckung und Grenzen

Deckungssummen, Sublimits, Selbstbehalte, Jahreshöchstleistungen — auch wenn sie über mehrere Klauseln verteilt sind.

Ausschlüsse

Der Teil, in dem sich Angebote tatsächlich unterscheiden. Sie werden gegenübergestellt, statt in einer Fußnote unterzugehen.

Obliegenheiten und Fristen

Anzeigepflichten, Meldefristen, Handlungspflichten im Schadenfall. Die Angaben, an denen später die Leistungsfreiheit hängt.

Antwort im Schadenfall

«Ist das gedeckt» beantwortet aus Police, Bedingungen und Klauselanhang gemeinsam — mit Fundstelle, damit die Auskunft gegenüber dem Kunden belastbar ist.

Woran misst man den Nutzen?

Vorbereitungszeit
je Beratung mit Bedingungsvergleich
Klärungsdauer
von der Schadenmeldung bis zur Deckungsaussage
Vollständigkeit
Anteil der Vergleiche mit allen Ausschlüssen erfasst

Die dritte Größe ist die haftungsrelevante. Ein übersehener Ausschluss fällt nicht bei der Beratung auf, sondern im Schadenfall — und dann ist die Beratungsdokumentation der einzige Schutz.

Was Ihre Aufgabe bleibt

Die Empfehlung und die Beratungsdokumentation — Ihre Leistung und Ihre Haftung, nicht ersetzbar.
Die Deckungsentscheidung gegenüber dem Kunden. Wir liefern belegte Angaben, keine Zusage.
Die Auswahl der zu vergleichenden Angebote: welche Anbieter für diesen Kunden in Frage kommen, ist Marktkenntnis.
Bei reinem Privatkundengeschäft mit standardisierten Produkten lohnt der Aufbau selten — die Bedingungswerke variieren zu wenig.

FAQ

Was lässt sich bei Versicherungsmaklern automatisieren?+
Die Arbeit mit den Bedingungswerken: Deckungsumfang, Ausschlüsse, Selbstbehalte und Fristen aus Policen und Bedingungen herausziehen und vergleichbar machen. Das ist die Tätigkeit, die vor jeder Beratung und jedem Schadenfall anfällt und die kein Bestandsverwaltungssystem abnimmt.
Kann das Angebote verschiedener Versicherer vergleichen?+
Es kann die Bedingungen auf gemeinsame Kriterien bringen und Unterschiede mit Fundstelle ausweisen — genau dort, wo Vergleichsportale bei gewerblichen Sparten aufhören. Die Empfehlung bleibt bei Ihnen: sie ist beratungspflichtig und dokumentationspflichtig.
Darf KI in die Beratungsdokumentation einfließen?+
Als Vorarbeit ja, als Ersatz nein. Die Beratungsdokumentation nach dem Versicherungsvertragsgesetz ist Ihre Leistung und Ihre Haftung. Was das System liefert, sind belegte Angaben aus den Bedingungen — welche Sie daraus für welchen Kunden ziehen, bleibt Ihre Entscheidung.
Was ist mit Kundendaten aus dem Bestand?+
Verarbeitung auf unserer Infrastruktur in der EU, mit Auftragsverarbeitungsvertrag, Rollen- und Löschkonzept. Für den Bedingungsvergleich werden Kundendaten ohnehin nicht gebraucht — der erste Anwendungsfall kommt ohne sie aus, was ihn erheblich vereinfacht.
Hilft das im Schadenfall?+
Ja, und dort am unmittelbarsten: die Frage «ist das gedeckt» beantwortet sich aus Police, Bedingungen und Klauseln — drei Dokumenten, die selten zusammen vorliegen. Die Antwort kommt mit Verweis auf die Klausel, sodass sie gegenüber dem Kunden belastbar ist.
Ab welcher Bestandsgröße lohnt sich das?+
Als Faustregel ab einem Maklerbüro mit mehreren Beratern und gewerblichem Geschäft. Bei reinem Privatkundengeschäft mit standardisierten Produkten ist der Nutzen geringer, weil die Bedingungswerke weniger variieren.
Was kostet das?+
Der Discovery-Workshop mit Aufnahme Ihrer Bedingungswerke und PoC startet bei 5.000 €. Ein produktiver Betrieb beginnt bei 25.000 €.

Zwei Bedingungswerke genügen

Schicken Sie uns zwei gewerbliche Bedingungswerke zur selben Sparte — gern die, deren Vergleich zuletzt Mühe gemacht hat. Sie bekommen die Gegenüberstellung mit Klauselverweisen zurück und sehen, welche Ausschlüsse im Handvergleich untergegangen wären.