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Glossar

Wissensdatenbank

Eine Wissensdatenbank ist ein gepflegter Bestand an Antworten auf wiederkehrende Fragen — früher ein Wiki oder ein Ordner mit Anleitungen. Mit einem Sprachmodell davor ändert sich nicht der Bestand, sondern der Zugang: gefragt wird in eigenen Worten statt über Suchbegriffe und Ordnerstrukturen. Der Bestand selbst bleibt die Arbeit, die niemand abnimmt.

Warum scheitern Wissensdatenbanken auch mit KI?

Weil das Problem fast nie der Zugang war. Die verbreitete Diagnose lautet «niemand findet etwas», die tatsächliche lautet «es steht nichts drin, oder es steht dreimal unterschiedlich drin». Ein Modell davor macht den zweiten Zustand schlimmer: Es antwortet flüssig aus der veralteten Fassung und nennt sie als Quelle.

Die Reihenfolge ist deshalb umgekehrt zur Erwartung. Erst muss feststehen, welche Fassung gilt und wer sie pflegt, dann lohnt der Zugang. Wer die Reihenfolge dreht, hat ein schnelleres System für denselben ungeklärten Bestand.

Was ändert sich für die Pflege?

Weniger, als Anbieter versprechen, und an einer Stelle mehr. Weniger, weil ein Modell keine Dokumente schreibt: Wenn eine Verfahrensanweisung fehlt, fehlt sie weiterhin. Mehr, weil der Gültigkeitsstand plötzlich sichtbar wird — eine Antwort mit Fundstelle zeigt das Datum des Dokuments, und alte Stände fallen auf, die im Wiki jahrelang unbemerkt lagen.

In der Praxis ist das der erste sichtbare Nutzen, noch vor der Zeitersparnis: Die Einführung erzeugt eine Liste der Dokumente, die niemand mehr verantwortet.

Was gehört hinein und was nicht?

Hinein gehört, was mehr als einmal gefragt wird und wofür es eine verbindliche Antwort gibt: Verfahrensanweisungen, Konditionen, Freigabewege, technische Handbücher, Verträge mit Bestandskunden. Nicht hinein gehört Korrespondenz, in der verhandelt wird — dort steht kein Zustand, sondern ein Verlauf.

Die schwierigere Grenze liegt bei Entwürfen. Ein Bestand, der Endfassungen und Arbeitsstände vermischt, erzeugt genau die Widersprüche, die ein Modell anschließend mit ruhiger Stimme vorträgt.

Wovon ist das zu unterscheiden?

Dokumentenmanagement

Ein DMS verwaltet Dateien: Ablage, Versionen, Rechte, Aufbewahrung. Eine Wissensdatenbank verwaltet Antworten. Das eine ersetzt das andere nicht — ein gut geführtes DMS ist der Bestand, aus dem eine Wissensdatenbank überhaupt erst entstehen kann.

Suche im Intranet

Die Suche liefert Dokumente, die Wissensdatenbank liefert die Aussage samt Fundstelle. Der Unterschied wird dort wichtig, wo die Antwort in drei Dokumenten verteilt steht — genau das kann eine Stichwortsuche nicht zusammenführen.

Häufige Fragen

Wie viele Dokumente braucht es, damit sich das lohnt?+

Die Zahl ist die falsche Größe. Entscheidend ist, wie oft dieselbe Frage gestellt wird und wie lange die Antwort heute dauert. Hundert gepflegte Dokumente, in denen täglich gesucht wird, tragen den Aufwand; zehntausend, die niemand aufruft, tragen ihn nicht.

Müssen wir vorher aufräumen?+

Nicht vollständig, aber an einer Stelle schon: Es muss je Thema klar sein, welche Fassung gilt. Alles andere lässt sich schrittweise machen und wird durch die Einführung sogar leichter, weil die Lücken sichtbar werden. Die Gültigkeitsfrage dagegen lässt sich nicht verschieben — sie entscheidet, ob die Antworten stimmen.

Sehen dann alle alles?+

Nur wenn man es falsch baut. Die bestehenden Berechtigungen müssen übernommen werden, und zwar zur Abfragezeit: Was eine Person im Dateisystem nicht öffnen darf, darf auch nicht als Absatz in ihrer Antwort auftauchen. Ein System ohne diese Übernahme ist kein Werkzeug, sondern ein Datenschutzvorfall mit Oberfläche.

Die Probe mit fünf echten Fragen

Nennen Sie fünf Fragen, die bei Ihnen tatsächlich wiederkehren, und den Bestand, in dem die Antworten stehen sollten. Daran zeigt sich in einem Nachmittag, ob das Problem der Zugang ist oder der Bestand.

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