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Glossar

Chatbot

Ein Chatbot ist eine Anwendung, die im Dialog antwortet — technisch sagt der Begriff nichts darüber, woher die Antworten kommen. Genau das ist der Punkt, an dem Angebote sich unterscheiden: ein regelbasierter Bot folgt einem gepflegten Skript, ein Assistent antwortet aus dem eigenen Dokumentenbestand mit Fundstelle, ein Agent führt zusätzlich Handlungen aus. Der Unterschied wird beim ersten ungewöhnlichen Fall sichtbar.

Die drei Bauarten hinter demselben Wort

Regelbasiert: Fragen werden auf vorbereitete Antworten abgebildet. Zuverlässig innerhalb des Skripts, hilflos daneben — und die Pflege des Skripts ist eine Dauerarbeit, die im Alltag als Erstes liegen bleibt.

Aus dem Dokumentenbestand: Die Antwort wird zur Laufzeit aus vorhandenen Unterlagen zusammengestellt und trägt einen Verweis auf Dokument und Absatz. Neue Dokumente wirken sofort, ohne dass jemand ein Skript nachzieht.

Mit Handlungen: Zusätzlich werden Schritte in Fachsystemen ausgeführt. Damit verschiebt sich die entscheidende Frage von der Antwortqualität zur Absicherung — was passiert, wenn die Handlung falsch war.

In Angeboten steht meist nur «Chatbot». Die brauchbare Rückfrage lautet deshalb: Woher kommt die Antwort, und was passiert, wenn sie im Bestand nicht steht. Daran trennen sich die drei Bauarten schneller als an jeder Funktionsliste.

Warum Chatbot-Projekte scheitern

Fast immer aus demselben Grund: Der Bot war das Ziel, nicht die Aufgabe. Gebaut wird ein Dialogfenster, und erst danach wird gefragt, welche Frage es beantworten soll — dann fehlt der Bestand, aus dem sich antworten liesse.

Der zweite Grund ist die Pflege. Ein Skript veraltet ab dem Tag der Einführung, und jeder veraltete Treffer kostet Vertrauen. Nach einigen Monaten benutzt niemand mehr das Fenster, nicht weil es leer wäre, sondern weil ihm keiner traut.

Der dritte: Das System darf nicht «weiß ich nicht» sagen. Ein Bot, der immer antworten muss, füllt Lücken mit plausiblen Formulierungen — und ein solcher Fund beendet die Akzeptanz dauerhaft.

Wo ein Dialogfenster überhaupt sinnvoll ist

Dort, wo die Frage nicht vorhersehbar ist. Für einen festen Ablauf mit fünf Möglichkeiten ist ein Menü schneller und verlässlicher als ein Textfeld — das wird regelmäßig übersehen, weil ein Chat moderner wirkt.

Nach innen lohnt sich das Format früher als nach außen: Mitarbeiter stellen ungewöhnliche Fragen, kennen den Kontext und erkennen eine schlechte Antwort. Beim Kunden gilt das alles nicht, und dort ist der Schaden einer falschen Auskunft grösser.

Ein dritter Fall spricht ebenfalls für das Format: wenn die Antwort aus mehreren Dokumenten zusammengesetzt werden muss. Eine Trefferliste zwingt den Nutzer dann, drei Quellen selbst zusammenzulesen — genau die Arbeit, die ein Dialog abnehmen kann.

Wovon ist das zu unterscheiden?

KI-Assistent

Ein Assistent schlägt Antworten aus dem eigenen Bestand vor und belegt sie. Chatbot beschreibt nur die Oberfläche — dasselbe Fenster kann vor einem Skript oder vor einem Dokumentenbestand sitzen.

KI-Agent

Ein Agent handelt: legt Vorgänge an, ändert Datensätze, verschickt etwas. Deshalb braucht er Übergabeschwelle, enge Rechte und Protokoll — Anforderungen, die für ein reines Antwortfenster nicht gelten.

Suchfunktion

Eine Suche liefert Treffer, ein Dialog liefert eine formulierte Antwort. Für Nachweiszwecke ist die Trefferliste oft brauchbarer, weil sie nichts zusammenfasst und damit nichts weglässt.

FAQ-Seite

Eine gepflegte FAQ beantwortet die zwanzig häufigsten Fragen zuverlässig und kostet nichts im Betrieb. Wer nur diese Fragen abdecken will, braucht kein Dialogsystem — der Aufwand lohnt erst, wenn die Fragen nicht vorhersehbar sind.

Häufige Fragen

Brauchen wir einen Chatbot oder eine Suche?+

Wenn Antworten belegbar sein müssen und die Nutzer das Material kennen, ist eine Suche mit Fundstellen oft die bessere Wahl. Ein Dialogfenster lohnt sich dort, wo Fragen unvorhersehbar sind und aus mehreren Dokumenten beantwortet werden müssen.

Was kostet ein Chatbot für interne Dokumente?+

Der Discovery-Workshop mit Bestandsprüfung und PoC an Ihren Unterlagen startet bei 5.000 €, ein produktiver Betrieb mit Anbindung und Rechtekonzept bei 25.000 €. Der Aufwand liegt in der Anbindung, nicht im Dialogfenster.

Kann ein Chatbot Kunden gegenüber eingesetzt werden?+

Ja, aber selten als erster Schritt. Der Einstieg mit dem besten Verhältnis von Nutzen zu Risiko ist die Assistenz für die eigenen Mitarbeiter: Das System schlägt vor, ein Mensch verschickt. Direkter Kundenkontakt kommt danach, wenn die Qualität gemessen ist.

Die Frage vor dem Dialogfenster

Nennen Sie uns fünf Fragen, die Ihre Leute tatsächlich stellen, und den Bestand, in dem die Antworten stehen sollten. Daran zeigt sich schneller als in jeder Demo, ob ein Chat das richtige Format ist — oder eine Suche.

Test anfragen

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