Dokumente mit KI übersetzen — mit Ihren Fachbegriffen und Rückverweis ins Original
Arbeitsanweisungen, Lieferantenunterlagen, interne Richtlinien und Verträge übersetzt KI in Minuten. Verlässlich wird das erst unter drei Bedingungen: einem festen Glossar Ihrer Fachbegriffe, einer Prüfung, die Zahlen, Einheiten, Warnhinweise und Vollständigkeit gegen das Original abgleicht und jede Auffälligkeit mit der Originalstelle zeigt, und einer Freigabe durch eine sprachkundige Fachkraft. Beglaubigte Übersetzungen und Vertragsfassungen, die unterschrieben werden, bleiben bei Übersetzern. Und oft muss gar nicht übersetzt werden.
Was kann KI beim Übersetzen von Dokumenten — und was nicht?
Die Grenze verläuft nicht zwischen Sprachen, sondern zwischen Verwendungszwecken: Wer einen Text nur verstehen will, kann mit einer maschinellen Übersetzung leben. Wer sich auf ihn verlässt oder ihn weitergibt, braucht eine Prüfung und jemanden, der freigibt.
Gut geeignet, intern
- Arbeits- und Prüfanweisungen
- Änderungsmitteilungen
- Datenblätter und Spezifikationen von Lieferanten zum Verständnis — mehr dazu unter KI im Einkauf
- interne Richtlinien und Schulungsunterlagen
- Verträge und AGB der Gegenseite, um sie vor der Prüfung zu verstehen
Nur mit Prüfung durch Fachleute
- alles mit Sicherheitshinweisen, Grenzwerten, Dosierungen oder Toleranzen
- Texte, die an Kunden gehen: Angebote, Serviceinformationen, Rückrufinformationen
- Unterlagen, die in ein Audit oder eine Behördenakte wandern
Nicht ersetzbar
- beglaubigte Übersetzungen für Behörden und Gerichte
- Vertragsfassungen, die maßgeblich werden
- Betriebsanleitungen für Produkte, die in Verkehr gebracht werden — die Verantwortung bleibt bei der Technischen Redaktion
- Marketing und Werbeaussagen — die werden neu geschrieben
Ein Unterschied zum Beantworten von Fragen ist dabei wichtig: Beim Übersetzen erfindet ein Modell selten etwas dazu, aber es lässt aus und glättet. Deshalb zielt die Prüfung auf Vollständigkeit und Zahlen und nicht auf Stil — warum Modelle überhaupt frei formulieren, steht unter KI-Halluzinationen.
Übersetzen oder in der eigenen Sprache fragen?
Diese Frage spart in vielen Projekten den größten Teil der Arbeit, wird aber selten gestellt. Übersetzt werden muss ein Dokument dann, wenn es in der anderen Sprache existierenmuss: als Aushang an der Linie, als Unterlage für die Unterweisung, als Dokument, das ein Kunde oder eine Behörde bekommt, oder weil dafür eine Aufbewahrungspflicht besteht.
Geht es dagegen um eine einzelne Auskunft aus einem Dokument, ist die Übersetzung ein Umweg. Ein Techniker fragt auf Englisch nach dem Wartungsintervall und bekommt die Antwort auf Englisch, mit Verweis auf die deutsche Originalstelle — das Handbuch bleibt, wie es ist. Wie das aussieht, zeigt Handbücher durchsuchen; die Leistung dahinter ist der KI-Assistent für Firmendokumente.
In der Praxis fällt bei dieser Sortierung ein großer Teil des Bestands weg: Übersetzt wird am Ende der Teil, der wirklich in einer zweiten Sprache vorliegen muss — und für den lohnt sich dann ein sauberer Ablauf.
Vier Wege im Vergleich: vom Web-Übersetzer bis zur beglaubigten Übersetzung
Die Wege unterscheiden sich weniger in der Sprachqualität als darin, wer am Ende für das Ergebnis einsteht — und was passiert, wenn niemand hinschaut.
| Kriterium | Maschinelle Übersetzung ohne Kontext | KI-Übersetzung mit Glossar, Prüfung und Freigabe | Fachübersetzung | Beglaubigte Übersetzung |
|---|---|---|---|---|
| Was es ist | Web-Übersetzer oder Chat-Assistent: Datei hochladen, Ergebnis übernehmen | Übersetzung mit festem Glossar, automatische Prüfung gegen das Original, Freigabe durch eine sprachkundige Fachkraft | Übersetzung durch Fachübersetzer, oft mit Übersetzungsspeicher; auf Wunsch als Nachbearbeitung einer maschinellen Übersetzung | Übersetzung mit Bestätigung durch Gerichtsdolmetscher (AT) oder beeidigte, ermächtigte bzw. öffentlich bestellte Übersetzer (DE) |
| Wofür | verstehen, worum es in einem nicht vertraulichen Text geht | wiederkehrende interne Dokumente: Anweisungen, Änderungen, Lieferantenunterlagen, Richtlinien | Texte, die nach außen gehen: Anleitungen für den Markt, Verträge, Kundenkommunikation | Vorlage bei Behörden, Gerichten und anderen Stellen, die eine solche verlangen |
| Terminologie | Zufall, wechselt innerhalb eines Dokuments | Ihr Glossar ist verbindlich, Abweichungen werden gemeldet | Glossar und Übersetzungsspeicher des Büros oder Ihre eigenen | wie Fachübersetzung |
| Hauptrisiko | Auslassungen, falsche Fachbegriffe, vertrauliche Inhalte beim Anbieter | Fehler, die weder bei der Prüfung noch bei der Freigabe auffallen — deshalb wird im Pilot gemessen | Durchlaufzeit und Aktualität bei häufigen Änderungen | Durchlaufzeit |
| Datenschutz und Vertraulichkeit | kostenlose Konten ohne Auftragsverarbeitungsvertrag; Tarif, Vertrag und Region je Anbieter prüfen | Verarbeitung im EWR oder in Ihrer eigenen Infrastruktur, mit Auftragsverarbeitungsvertrag; Dokumente bleiben in Ihrer Ablage | Büro als Auftragsverarbeiter mit Vertrag und Vertraulichkeitsvereinbarung | wie Fachübersetzung |
| Kosten | gering; je nach Tarif eine Lizenz pro Nutzer | einmalige Einführung, danach interne Prüfzeit | je Auftrag, steigt mit Umfang und Änderungshäufigkeit | je Auftrag, höher als Fachübersetzung |
| Wer für das Ergebnis einsteht | niemand außer dem, der es verwendet | Ihre freigebende Fachkraft | der Übersetzer im Rahmen seines Auftrags | die bestätigende Übersetzerin oder der bestätigende Übersetzer mit der Beglaubigung |
Die Wege schließen einander nicht aus: Häufig übersetzt die KI mit Glossar, und ein Fachübersetzer prüft nur die sicherheitsrelevanten Abschnitte. Für Fachübersetzungen gibt es mit ISO 17100 eine eigene Norm, für die Nachbearbeitung maschineller Übersetzungen (Post-Editing) ISO 18587 — wer ein Büro beauftragt, kann danach fragen.
Wie läuft eine Dokumentenübersetzung mit KI im Unternehmen ab?
Terminologie festlegen
Aus vorhandenen, bereits übersetzten Dokumenten werden Begriffspaare gezogen. Sprachkundige Fachleute geben sie frei, samt verbotenen Varianten, den Signalwörtern der Warnhinweise und der Anrede. Ergebnis ist ein Glossar, das auch ein Übersetzungsbüro nutzen kann.
Nur übersetzen, was sich geändert hat
Bei einer neuen Fassung wird zuerst verglichen, welche Abschnitte sich inhaltlich geändert haben — nur sie gehen neu durch die Übersetzung, der Rest bleibt freigegeben. Wo es eine Quelldatei gibt, wird aus ihr übersetzt und nicht aus dem PDF.
Gegen das Original prüfen
Automatisch und Satz für Satz: Sind alle Zahlen, Einheiten und Teilenummern vorhanden und gleich? Stehen die Signalwörter der Warnhinweise an derselben Stelle? Wurden Glossarbegriffe verwendet, fehlen Sätze oder wurden sie zusammengezogen? Jede Auffälligkeit erscheint mit Rückverweis auf die Originalstelle. Kein Befund heißt nicht „richtig“, sondern „keine der geprüften Fehlerarten gefunden“.
Freigabe durch eine Fachkraft
Eine sprachkundige Fachkraft aus dem Fachbereich sieht Original und Übersetzung nebeneinander, arbeitet die Befunde ab und gibt mit Namen frei. Sicherheitsrelevante Abschnitte können zusätzlich an ein Übersetzungsbüro gehen.
Korrekturen zurückführen
Was bei der Freigabe korrigiert wird, landet im Glossar und nicht nur im Dokument. Ist die neue Sprachfassung freigegeben, wird die alte zurückgezogen — sonst hängen zwei Fassungen nebeneinander.
Schritt zwei lebt vom Vergleich der Fassungen — welche Änderung inhaltlich überhaupt etwas verändert, zeigtDokumente vergleichen, das Prüfen gegen feste Regeln beschreibt Dokumente analysieren. Zusammengehalten wird die Kette von einem Agenten: Eine Änderung im QM-System oder in der Ablage stößt die Bearbeitung der betroffenen Abschnitte an, danach folgen Übersetzung, Prüfung, Aufgabe zur Freigabe, Veröffentlichung und Rückzug der alten Sprachfassung. Was ein solcher Ablauf darf und was nicht, steht unter KI-Agenten; angebunden wird die vorhandene Ablage, siehe SharePoint, Confluence und DMS.
Woran scheitern KI-Übersetzungen in der Praxis?
Nicht an der Grammatik. Sechs Fehlerarten tauchen in Projekten immer wieder auf — und jede hat eine technische Antwort, die man messen kann.
PDF und Layout
PDF ist ein Ausgabeformat, kein Ausgangsformat: Tabellen, mehrspaltiger Satz, Text in Grafiken und Trennstriche bringen jede Übersetzung durcheinander. Was hilft: aus der Quelldatei übersetzen, wo es sie gibt, und Scans vorher durch Texterkennung schicken. Ein Layout „1:1“ sagt auch kein Anbieter zu.
Terminologie
Derselbe Begriff wird im selben Dokument dreimal verschieden übersetzt, und interner Jargon wird wörtlich übersetzt. Was hilft: ein Glossar aus den bereits übersetzten Dokumenten, mit verbotenen Varianten und einer festen Anrede.
Zahlen, Einheiten, Grenzwerte
Dezimalkomma und Dezimalpunkt, Bereiche, Einheiten, Teilenummern: hier entstehen die Fehler, die teuer werden. Was hilft: ein automatischer Abgleich aller Zahlen des Originals mit der Übersetzung, nicht Stichproben.
Auslassungen
Ein Satz oder eine Tabellenzeile fehlt. Die Übersetzung liest sich glatt, deshalb fällt das Fehlende niemandem auf. Was hilft: Zuordnung Satz für Satz zum Original statt Lesen des Ergebnisses.
Warnhinweise
GEFAHR, WARNUNG und VORSICHT werden abgeschwächt, vertauscht oder zu einem allgemeinen Hinweis verwässert. Was hilft: eine eigene Prüfung der Signalwörter gegen das Glossar, getrennt vom übrigen Text.
Sprachpaare und Anrede
Die Qualität hängt vom Sprachpaar ab, und Höflichkeitsformen schwanken. Was hilft: eine Stilregel im Glossar und ein Pilot an Ihren eigenen Dokumenten für jedes Sprachpaar. Ranglisten von Sprachen helfen dabei nicht — Ihr Material entscheidet.
Beispiel: Arbeitsanweisungen in drei Sprachen — aktuell am Tag nach der Änderung
Typischer Projektverlauf, keine Kundenreferenz.
Ausgangslage
Ein metallverarbeitender Zulieferer in Österreich mit rund 420 Beschäftigten; etwa ein Drittel der Beschäftigten in der Produktion spricht als Erstsprache Ungarisch, Rumänisch oder Bosnisch-Kroatisch-Serbisch. Es gibt 320 Arbeits- und Prüfanweisungen auf Deutsch, im Schnitt drei Seiten lang, und im Monat ändern sich etwa 25 davon. Jede Änderung geht heute an ein Übersetzungsbüro; bis alle drei Sprachfassungen zurück und ausgehängt sind, vergehen nach unserer Annahme fünf Arbeitstage. So lange hängt an der Linie die alte Fassung, und die Schichtleiter erklären die Änderung mündlich.
Was eingeführt wird
- Glossar mit Fachbegriffen, Signalwörtern und fester Anrede für drei Sprachen, gewonnen aus den bereits übersetzten Anweisungen und freigegeben von je einer sprachkundigen Fachkraft und der Arbeitssicherheit.
- Bei jeder Änderung im QM-System: erkennen, welche Abschnitte sich inhaltlich geändert haben, und nur diese mit dem Glossar übersetzen.
- Automatische Prüfung gegen das Original: Zahlen, Einheiten, Grenzwerte, Warnhinweise, Glossarbegriffe und fehlende Sätze — jeder Befund mit Rückverweis auf die Originalstelle.
- Namentliche Freigabe durch sprachkundige Vorarbeiter; Änderungen an Sicherheitshinweisen gehen zusätzlich wie bisher an das Übersetzungsbüro. Verarbeitung im EWR mit Auftragsverarbeitungsvertrag.
- Nach der Freigabe wird die alte Sprachfassung zurückgezogen und die neue zum Aushang bereitgestellt.
Modellrechnung
Wie gerechnet: Heute: 25 Änderungen × 5 Arbeitstage bis zur Rückkehr aller Sprachfassungen = 125 Dokument-Arbeitstage, an denen eine veraltete Fassung aushängt. Angenommen, 5 der 25 Änderungen betreffen Sicherheitshinweise und laufen weiter mit 5 Arbeitstagen über das Übersetzungsbüro: 5 × 5 = 25. Die übrigen 20 sind am selben Tag übersetzt und am nächsten Arbeitstag freigegeben: 20 × 1 = 20. Zusammen 45. Freigabe: 25 Änderungen × 3 Sprachen = 75 Sprachfassungen × angenommene 20 Minuten für die geänderten Abschnitte = 1.500 Minuten, also 25 Stunden und damit rund 8 Stunden je Sprache. Die Durchlaufzeit von fünf Tagen und die 20 Minuten Freigabe sind Annahmen, die im Pilot gemessen werden. Nicht eingerechnet: der einmalige Aufbau des Glossars und die Kosten des Übersetzungsbüros, die sich mit weniger Aufträgen ändern.
Ablauf
- Glossar und Stichprobe3 Wochen
Begriffspaare aus den vorhandenen Übersetzungen ziehen, Freigabe je Sprache, Signalwörter und Anrede festlegen; zehn Anweisungen je Sprache als Stichprobe.
- Pilot3 Wochen
30 Anweisungen, für die es bereits eine freigegebene Übersetzung als Referenz gibt. Gemessen werden die Befunde der Prüfung, die Freigabezeit und die Fehler, die erst bei der Freigabe auffallen. Veränderte Zahlen oder fehlende Warnhinweise, die beide Stufen passieren, stoppen den Übergang in den Betrieb.
- Übergang in den Betrieb4 Wochen
Anbindung an QM-System und Ablage, Freigabe im bestehenden Ablauf, Rückzug alter Fassungen, Schulung als Beitrag zur KI-Kompetenz nach Art. 4 der KI-Verordnung.
Was das System nicht tut: Keine beglaubigten Übersetzungen und keine Freigabe ohne Menschen. Die Unterweisung selbst ersetzt das System nicht: Ob die Beschäftigten eine Anweisung verstanden haben, stellt weiter der Arbeitgeber sicher. Sicherheitshinweise verantwortet die Arbeitssicherheit. Discovery ab 5.000 €, Projekt ab 25.000 €.
Drei Anweisungen genügen, für die es bereits eine Übersetzung gibt.Sie bekommen die KI-Übersetzung mit Ihrem Glossar und das Prüfprotokoll mit Originalstellen zurück — und sehen, was die Prüfung gefunden hätte. Verarbeitung im EWR, mit Auftragsverarbeitungsvertrag.
Übersetzung testenDatenschutz, Vertraulichkeit und Recht: was vor dem ersten Upload zu klären ist
Vertrag und Verarbeitungsort
In Dokumenten stehen fast immer personenbezogene Daten: Namen in Verteilern, Unterschriften, bei Personalunterlagen deutlich mehr. Wer dafür einen externen Dienst nutzt, lässt im Auftrag verarbeiten und braucht einen Vertrag nach Art. 28 Abs. 3 DSGVO. Wo verarbeitet wird, steht im Vertrag und nicht auf der Produktseite — worauf dabei zu achten ist, steht unterDatenstandort EU undDSGVO-konforme KI-Tools auswählen. Bei uns gilt: Verarbeitung im EWR, mit Auftragsverarbeitungsvertrag.
Richtigkeit ist auch eine Frage des Datenschutzes
Eine falsch übersetzte Angabe zu einer Person bleibt eine falsche Angabe — das Thema gehört damit nicht nur zur Qualitätssicherung, sondern auch zum Grundsatz, dass personenbezogene Daten sachlich richtig sein müssen. Für die Praxis heißt das: Die Prüfung gegen das Original ist kein Komfort, sondern Teil des Ablaufs.
Geschäftsgeheimnisse
Vertrauliche Unterlagen in einem privaten Konto sind der häufigste stille Verstoß gegen die eigene Richtlinie — meist ohne böse Absicht, weil es schnell gehen musste. Wie verbreitet das ist und was dagegen hilft, steht unterSchatten-KI im Unternehmen.
Beglaubigte Übersetzungen in Österreich und Deutschland
In Österreich bestätigen allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Dolmetscher solche Übersetzungen; die Liste führt das Justizministerium gemeinsam mit der Liste der Sachverständigen. In Deutschland lautet die Bezeichnung je nach Bundesland allgemein beeidigt, öffentlich bestellt oder allgemein ermächtigt; gesucht wird in der gemeinsamen Datenbank der Landesjustizverwaltungen. Nach § 142 Abs. 3 ZPO kann ein Gericht verlangen, dass eine Übersetzung von einer nach Landesrecht ermächtigten oder öffentlich bestellten Person stammt. Ob eine beglaubigte Übersetzung nötig ist, entscheidet immer die Stelle, die das Dokument verlangt — nicht das Werkzeug und nicht wir.
Wenn Beschäftigte die Sprache nicht ausreichend verstehen
In Österreich hat die Unterweisung nach § 14 Abs. 4 ASchG bei Arbeitnehmern, die der deutschen Sprache nicht ausreichend mächtig sind, in ihrer Muttersprache oder in einer sonstigen für sie verständlichen Sprache zu erfolgen; der Arbeitgeber hat sich zu vergewissern, dass sie verstanden wurde. Nach Abs. 5 gilt das auch für schriftliche Anweisungen. In Deutschland verlangt § 12 Abs. 1 ArbSchG eine ausreichende und angemessene Unterweisung, ohne eine Sprache zu nennen. Eine Übersetzung nimmt dem Arbeitgeber die Pflicht nicht ab, sich zu vergewissern — das bleibt eine Aufgabe von Menschen, nicht von Software. Rechtsberatung ist das hier nicht.
Anleitungen, die mit einem Produkt in Verkehr gehen
Für Betriebsanleitungen bestimmt das Produktrecht die Sprache, nicht der interne Ablauf: Ab dem 20. Januar 2027 gilt dafür die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230, die verlangt, dass die Anleitung in einer vom jeweiligen Mitgliedstaat festgelegten, für die Nutzer leicht verständlichen Sprache vorliegt. KI kann die Übersetzung beschleunigen; die Verantwortung für die Anleitung, die mit der Maschine ausgeliefert wird, bleibt bei der Technischen Redaktion und beim Hersteller. Wie sich Anleitungen und Kataloge in Bausteinen pflegen lassen, beschreibtmehrsprachige Dokumentation.
EU AI Act
Reines Übersetzen fällt nach unserer Einschätzung nicht unter die Hochrisiko-Fälle des Anhangs III — die Einordnung steht unterHochrisiko-Systeme. Wer KI anbietet oder betreibt, den trifft die Pflicht zur KI-Kompetenz nach Art. 4 der KI-Verordnung, sieheKI-Kompetenz. Wer beim Einkauf eines Übersetzungswerkzeugs welche Rolle einnimmt, erklärt das Glossar unterAnbieter und Betreiber.
Wann lohnt sich ein eigenes Übersetzungssystem nicht?
Wie das in der Fertigung zusammenspielt — Anweisungen, Prüfpläne und Meldungen in mehreren Sprachen —, zeigt KI in der Produktion.
Häufige Fragen
Ist DeepL DSGVO-konform?+
Konform ist der Einsatz, nicht das Produkt — dieselbe Frage stellt sich bei jedem Werkzeug, siehe DSGVO-konforme KI-Tools auswählen. Laut eigener Datenschutzerklärung verarbeitet DeepL Inhalte des kostenlosen Übersetzers zeitweise, um die neuronalen Netze zu trainieren; bei den Pro-Tarifen würden Texte nach der Übersetzung gelöscht und nicht dauerhaft gespeichert. Laut Help Center laufe der Dienst seit 2026 auf einer gemischten Infrastruktur aus eigenen Servern in Europa und einem Cloud-Anbieter, Inhalte könnten standardmäßig in verschiedenen Regionen verarbeitet werden, und eine feste Region gebe es als Zusatzoption je nach Tarif. Zu prüfen sind also drei Dinge: der Auftragsverarbeitungsvertrag, die vertraglich zugesicherte Region und die Frage, wer das Konto verwaltet. Stand 17.09.2026.
Welche KI eignet sich zum Übersetzen von Dokumenten?+
Die Frage nach dem Namen führt in die Irre, weil sich Modelle im Quartalstakt ändern. Vier Kriterien bleiben: Das Glossar muss verbindlich sein und nicht als Vorschlag behandelt werden; jede Auffälligkeit braucht einen Rückverweis auf die Originalstelle; Vertrag und Verarbeitungsregion müssen bekannt sein; die Dokumente sollen in Ihrer Ablage bleiben. Welches Modell Ihre Sprachpaare am besten trifft, zeigt ein Pilot an Ihren Dokumenten — der Modellkatalog nennt Preise und Verarbeitungsort je Modell.
Kann KI ein PDF mit Layout übersetzen?+
Einfache PDFs mit fortlaufendem Text: ja. Tabellen, mehrspaltiger Satz, Text in Grafiken und Scans machen Probleme, und das Ergebnis muss nachformatiert werden. Besser ist es, aus der Quelldatei zu übersetzen — Word, InDesign-Export oder Ausgabe aus dem Redaktionssystem. Bei Scans steht die Texterkennung davor. Ein Layout „1:1“ sagt kein seriöser Anbieter zu; erhalten bleibt es so weit wie möglich.
Darf man einen Vertrag mit KI übersetzen?+
Zum Verstehen ist das in der Praxis üblich — mit Geschäftstarif und Auftragsverarbeitungsvertrag, nicht über ein privates Konto. Welche Sprachfassung im Streitfall maßgeblich ist, regelt in aller Regel der Vertrag selbst; die Fassung, die unterschrieben oder bei Gericht vorgelegt wird, gehört in die Hände von Übersetzern. Wie eine Prüfung gegen das eigene Playbook abläuft, steht unter Verträge mit KI prüfen.
Ersetzt eine KI-Übersetzung eine beglaubigte Übersetzung?+
Nein. In Österreich bestätigen allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Dolmetscher solche Übersetzungen; geführt wird sie vom Justizministerium als gemeinsame Liste der Sachverständigen und Dolmetscher. In Deutschland heißen sie je nach Land allgemein beeidigt, öffentlich bestellt oder allgemein ermächtigt, zu finden über die gemeinsame Datenbank der Landesjustizverwaltungen; § 142 Abs. 3 ZPO erlaubt dem Gericht, eine Übersetzung durch eine nach Landesrecht ermächtigte, öffentlich bestellte oder diesen gleichgestellte Person zu verlangen. Ob eine beglaubigte Übersetzung nötig ist, sagt die Stelle, die das Dokument verlangt.
Wie gut übersetzt KI technische Dokumente?+
Gut genug, sobald Glossar und Prüfung dazukommen — und unzuverlässig ohne beides. Die typischen Fehler sind nicht falsche Sätze, sondern falsche Fachbegriffe, veränderte Zahlen, fehlende Sätze und abgeschwächte Warnhinweise; genau darauf zielt die Prüfung gegen das Original. Für Anleitungen, die mit einem Produkt in Verkehr gehen, bleibt die Verantwortung bei der Technischen Redaktion und beim Hersteller.
Reicht eine deutsche Arbeitsanweisung, wenn Beschäftigte kaum Deutsch sprechen?+
In Österreich verlangt § 14 Abs. 4 ASchG sinngemäß, dass bei Arbeitnehmern, die der deutschen Sprache nicht ausreichend mächtig sind, die Unterweisung in ihrer Muttersprache oder in einer sonstigen für sie verständlichen Sprache erfolgt und der Arbeitgeber sich vergewissert, dass sie verstanden wurde; nach Abs. 5 gilt das auch für schriftliche Anweisungen. In Deutschland verlangt § 12 Abs. 1 ArbSchG eine ausreichende und angemessene Unterweisung, ohne im Gesetzestext eine Sprache zu nennen. Das ist keine Rechtsberatung: Ob und wie das in Ihrem Betrieb umzusetzen ist, gehört zur Arbeitssicherheit.
Was ist der Unterschied zwischen Übersetzen und mehrsprachiger Dokumentensuche?+
Übersetzen erzeugt ein zweites Dokument, das ab dann gepflegt, freigegeben und bei Änderungen nachgezogen werden muss. Die mehrsprachige Suche erzeugt kein Dokument: Sie beantwortet eine Frage in der Sprache der Frage und verweist auf die Stelle im Original — beschrieben unter Handbücher durchsuchen und Dokumente durchsuchen. Die Faustregel: Muss das Dokument in der anderen Sprache existieren, wird übersetzt; geht es um eine Auskunft, reicht die Suche.
Mit einer Dokumentart und einer Sprache anfangen
Discovery ab 5.000 €: Glossar aus Ihren vorhandenen Übersetzungen, Pilot an Dokumenten mit bekannter Referenzübersetzung, Messung der Fehler — der gefundenen und der übersehenen. Projekt ab 25.000 €. Keine beglaubigten Übersetzungen, keine Rechtsberatung.
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